, Caroline Büchel

Lehrervereine treffen sich mit der Bildungsministerin am 18. August 2016

Im August trafen sich Vertreter der verschiedenen Lehrervereine der weiterführenden Schulen und des LPV mit der Bildungsministerin Aurelia Frick und Schulamtsleiter Arnold Kind. Uns ging es vor allem darum vor der 2. Lesung des neuen Lehrerdienstgesetzes nochmals Ungereimtheiten anzudiskutieren und auf allfällige Probleme hinzuweisen. Auch haben wir den Vorschlag unterbreitet, Objektivität  zu gewährleisten zum Beispiel durch die Möglichkeit einer Mediation ohne den Prozess unnötig in die Länge zu ziehen (z.B. Elternvertreter, Schulleiter, Amtsvertreter, Vertreter der Lehrervereine als Teilnehmer dieser Mediation)   

Anwesende Personen: 
Aurelia Frick, Regierung 
René Schierscher, Regierung
Ivana Ritter, Regierung
Arnold Kind, Schulamt
Holger Marxer, GLV
Büchel Caroline, OST
Vogt Susanne, OST
Pirker Tamara, RSV
Somma Martina, LPV   

Lockerung des Kündigungsschutzes und Europäisches Berufsverbot

In klaren Fällen ist eine Kündigung und evtl. auch ein europaweites Berufsverbot  auf jeden Fall die richtige Konsequenz. Aber  vor allem gerade in den weiterführenden Schulen kommt es immer wieder zu Konflikten mit Schüler/-innen, bei denen Lehrpersonen in schwierige Situationen kommen (z.B. männliche Lehrperson geht in den Duschraum um eine Schlägerei zwischen zwei Jungs zu beenden und bekommt dann mit den Eltern Probleme wegen sexueller Belästigung oder eine Schülerin ist aggressiv und gefährdet sich sowie andere, die Lehrperson packt sie am Arm, was die Eltern als unangebracht erachten). Im Lehrerberuf gibt es viele Grauzonen, die Raum für Anschuldigungen bieten. Dabei kommt bei einigen Lehrpersonen Unsicherheit und Angst auf, dass sie durch haltlose Anschuldigungen in Gefahr einer Kündigung geraten. 

Von Seiten der Regierung und des Schulamtes ist es ganz klar, dass sie hinter den Lehrpersonen stehen und auch versuchen diese zu schützen. Wenn Anschuldigungen haltlos sind, dann haben sie nichts zu befürchten. An dieser Situation hat sich durch das neue Gesetz nichts geändert.

Sinkende Attraktivität des Lehrerberufs 

Immer mehr Lehrpersonen der weiterführenden Schulen wandern in die Schweiz ab, weil dort die Bedingungen besser sind; vor allem Junglehrer und Lehrpersonen die mit dem neuen Lohnsystem anfangen, haben Einbussen. (Lohn, Schilf, Bildungsurlaub, Hospitationen etc.)

Die Zunahme an "schwierigen" Eltern und Schülerinnen / Schüler ist markant. Es sind viele administrative Aufgaben zusätzlich zu bewältigen, da alles schriftlich festgehalten wird um im Streitfall "Beweise" zu haben. 

Der Regierung und auch dem Schulamt ist bewusst, dass sich die Rolle der Lehrpersonen in den letzten Jahren geändert hat und dass das heutige Lohnsystem nicht allen gegenüber gerecht ist.

Es ist kein einfaches Thema, sie haben sich aber dieser Arbeit angenommen.   

Wir stehen gerne für Fragen und genauere Auskünfte zur Verfügung. 

Caroline Büchel  / Susanne Vogt-Mauchle